Charlotte
Perriand
1903–1999

via Wikimedia Commons
Charlotte Perriand wird beschrieben als eine Pionierin des modernen Designs, die als Atelierleitung von 1927–1937 maßgeblich die Produkte im Atelier von Le Corbusier und Pierre Jeanneret gestaltet hat.
Möbel, die erst unter aller drei Namen firmierten sind nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch unter dem populären Namen Le Corbusier (LC) bekannt. Kultstatus genießen zum Beispiel Chaise Longue LC4, den Sessel LC2 und den Drehstuhl LC7.
In den 1930er-Jahren engagiert sie sich politisch, entwickelt architektonische Basismodule von gerade einmal 14 Quadratmeter, kämpft für die Demokratisierung der Freizeit, erfindet Bausätze für Wochenendhäuser und ein Biwak für den Einsatz im gesamten Alpenraum.
Später entwickelt sich, geprägt unter anderem von einem Aufenthalt in Japan, ihre Gestaltungssprache weiter. Fasziniert vom Handwerk setzt sie ursprünglich aus Metall und Leder gebaute Möbel in Holz um.
Ihre Arbeiten umfassten Möbel, Innenräume und Architekturprojekte, die den Alltag der Menschen verbessern sollten.
Bamboo Chaise Longue
Charlotte Perriand, 1940, LC4
Holz und Bambus Streifen, steht im Musée des Arts Décoratifs in Paris
Swivel Armchair B302
Charlotte Perriand, Le Corbusier, Pierre Jeanneret, 1930
verchromtes Stahlrohr und Lederkissen
Der Stuhl war als Arbeits- oder Konferenzstuhl gedacht, weshalb er sich um die eigene Achse drehen lässt (Swivel-Funktion). In den 1920er Jahren war diese Art der Mechanik für Wohnmöbel ungewöhnlich und eher im Büro- oder Industriemöbeldesign zu finden.
... „Der Katalog beinhaltet auch einen Armdrehstuhl von einer gewissen "Charlotte Perriand, Paris", der einem durchaus bekannt vorkommen dürfte. Bei dem Objekt handelt es sich wahrscheinlich um den Original B 302, den Perriand 1927 entworfen hat und der dann später nach kleinen Veränderungen durch Pierre Jeanneret und Le Corbusier - und einem bisschen Fein-Tuning durch alle drei - 1929 als das Objekt wieder auf den Markt gebracht wurde, das zum modernen LC7 Drehstuhl von Cassina werden sollte - ein Stuhl, der allen dreien angerechnet werden kann, aber meist Le Corbusier zugeschrieben wird. Dadurch gewährt ein harmloser Katalogeintrag einen sehr interessanten Einblick in die Geschichte des Möbeldesigns und vor allem in die Geschichte eines Produktes, das wir alle zu kennen glauben.“... – smow.de/blog/
Refuge Tonneau
Charlotte Perriand, Pierre Jeanneretein, Entwurf 1938
Alpines Biwak realisiert in 2010 vom italienischen Label Cassina.
Cassina erwarb die Rechte an Perriands Nachlass, wodurch es ihnen erlaubt war getreu den Notizen und Skizzen zu bauen. In enger Zusammenarbeit mit Pernette Perriand-Barsac und Jacques Barsac wurde Perriands Vision nachgebaut.
Gedacht für den Einsatz im gesamten Alpenraum und das Leben unter extremen Bedingungen, finden sich hier 8 Plätz zum Schlafen, Sitzen und Leben. Die Besonderheit: In aller Reduziertheit sind alle nötigen Einrichtungsgegenständige sind vorhanden – Perriand sah stets eine besondere Herausforderung darin, begrenzten Wohnraum funktionell einzurichten.
Ausstellung „Charlotte Perriand und Japan“ im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Saint-Étienne Métropole, 2013
under construction
Dieses Projekt wird noch bearbeitet! Das Projekt soll auf „Female Design Positions“ in einem weiterhin männlich dominierten gestalterischem Raum aufmerksam machen. Entstanden ist ein spielerisches digitales Tool, das als Archiv oder zur Recherche genutzt werden kann. Nebst einer kleinen kuratierten Reihe von Positionen sind Benutzer:innen eingeladen, eigene Einträge einzureichen. Ob aus der Bauhausströmung, der Fluxus-Bewegung oder zeitgenössischer Gestaltung – Idee und Ziel ist es das Portal dauerhaft gemeinsam wachsen zu lassen. Reicht gerne eine Position ein, die ihr spannend findet!


